Berlina Küche



Kasslabraten

Kassla iss der liebste Braten vom Berliner. Preiswert, leicht zuzubereiten und äußerst schmackhaft kommt er hier in villen Haushalten uff den Tisch. Im Somma isst man ihn jern kalt mit Kartoffelsalat, im Winta schön heeß mit Sauakraut und Quetschkartoffeln, zur Weihnachtszeit ooch jern mit Rotkohl und Salzkartoffeln oda Klößen. Jrünkohl jeht natürlich ebenso, iss denn aba eha die norddeutsche Variante. Der oda das Kassla (hochdeutsch KASSLER, man kann ihm ooch KASSELER schreiben) jehört außadem uff jedet zünftije echt Berliner Abendbuffet, für Feinschmecka ooch im Bier- oda Brotteig. Die Reste kann man jut für Eintöppe wie z.B. Kohlrüben oda Erbsen vawerten oda die letzten Scheibchen kalt uff Stulle essen.

Kassla stammt von Schwein und wird jepökelt und leicht jeräuchert. Dabei kann man fast alle Stücke vom Borstenvieh zu Kassla vaarbeeten. Die jebräuchlichgsten Stücke sind Kasslakamm (Nacken, durchwachsen), Kasslalachs (sehr maga, daher trocken), Kasslakarree (mit Knochen) in Scheiben als Kasslakotelett bezeichnet. Natürlich jibt et noch weitere Stücke. Wat für wem und welchem Anlass am besten jeeignet iss, da sollte man sich vom Fleescha des Vatrauens jründlich beraten lassen!.

Häufich wird Kassler sojar als Berliner Afindung bezeichnet. Een Fleeschameesta namens Cassel soll ihm um 1880 in der Potsdama Straße im heutijen Stadtteil Schöneberch zubereitet haben. Nen wirklichen Beweis jibt et dafür alladings nich. Im historischen Berliner Melderejista iss een Fleescha namens Cassel in jenen Jahren nich zu finden. Stellte sich zudem die Fraje warum et denn nich CASSLA heeßt...!
Ebenfalls nich zu beweisen iss nen Zusammenhang mit der hessischen Stadt Kassel. Et bleebt also een Rätsel, wo der Name wirklich herkommt.

Kann uns ooch ejal seen, wir wollen schließlich Kassla essen und so hat uns Freund Klattke seen Hausrezept varraten!


Zutaten für vier Personen:

1 Kg Kasslakamm
1 Suppenjrün
1 Zwiebel
Prise Salz
Pfeffa
Pflanzenöl

Zubereitung:

Den Kasslakamm waschen wa jründlich und reiben ihn trocken. Denn würzen wa ihn mit Salz (vorsichtich, Kassla iss vom pökeln meeßt schon sehr salzig) und nach Jeschmack mit Pfeffa. Nu wird er von allen Seiten scharf in Pflanzenöl anjebraten. Währenddessen schnippeln wa dit Suppenjrün und die Zwiebel kleen und braten et kurz zusammen mit dem Fleesch an.

Wenn der Kassla knusprig anjebraten iss kommt er zusammen mit dem Suppjrün und der Zwiebel in eenen Schmortopp der mit Wassa uffjefüllt wird, so dess mindestens die Hälfte vom Braten drin steht.



So wird dit janze bei 200 Jrad ca. 45-60min jeschmort. Dabei dit Fleesch imma mal wenden, dess die Seiten abwechselnd im Wassabad schmoren. Schließlich wird dit Kassla herausjenommen und anjeschnitten, um zu kieken ob ooch allet jar iss. Wenn nich, tut man ihn nochmal nen Viertelstündchen in den Ofen. Wenn ja, stellt man den braten warm und passiert dit Wassa mit dem Suppenjrün nur nen Sieb. Aus dem so jewonnenen Sud bindet man denn mit Mehlschwitze eene kräftije dunkle Soße.

Nach belieben bereiten wae entsprechen Beilajen. Wie bereits oben geschrieben sind Sauakraut oda Rotkohl klassische Belajen, aba eijentlich passen fast alle Jemüsesorten. Dazu jibt et Quetsch- oda Salzkartoffeln oda Klöße. Klattke entscheidet sich für Sauakraut.

JUTEN APPETIT!